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Man muss den Jungen nicht kennen; er fängt doch gerade erst an. Ein Anfänger also. Aus heiterem Himmel....seine erste Veröffentlichung: ein Album, 13 Musikstücke, im Alleingang aufgenommen. Seine Musik: absolutely free-wheeling. FRANZ KASPER (bürgerlich: Franz Kasper Krönig), engagierter Student der Philosophie in Köln, definiert sich nicht über Genre- oder Szenezugehörigkeit. Ganz offenkundig bewandert in Jazz und Klassik, sind seine Repertoirekenntnisse der Rock- und Popmusik mehr als mangelhaft. Was in diesen Zeiten in den internationalen Charts und im Pop-Radio abgeht und worauf man gerade tanzt, entzieht sich noch seiner Kenntnis und ist ihm wohl auch völlig egal. Er folgt nicht den angesagten Moden, und die Ruhelosigkeit der heutigen Zeitläufte ist ihm, wie er schon in seinem ersten Song eröffnet, schlicht ein Grauen und "all too much". |
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Gar nicht lange her, da musizierte und sang er in seinen Schülerbands weniger sensibel als heute. Zeitzeugen beschreiben den Schüler als den fähigsten Hardrock-Gitarristen (und als "ein Mädchenidol") seiner Region. Aufgewachsen ist FRANZ KASPER in der Einflugschneise des amerikanischen Atombombenlagers Hahn Air Base im ansonsten ganz idyllischen Hunsrück. Als Kind wird er von seinen Rock-orientierten, friedensbewegten Eltern zu den großen Anti-AKW- und Anti-Nachrüstungs-Demos mitgenommen. |
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Mit vierzehn schreibt der Junge seine ersten veritablen Rocksongs. Rätselhaft dann seine plötzliche Hinwendung zu Jazz und Klassik, ein Bruch in der musikalischen Biografie, den er kaum aufklärt, wenn er in A CAN OF BEANS ein verschmocktes Hardrock-Gitarrengewitter ironisiert. Das main instrument des (auch) bemerkenswerten Sängers ist heute das Grand Piano, auf dem er seine vertrackt-schönen Harmonien und Melodien geradezu zelebriert. Ganz unbekümmert und mühelos geht er über alle Genregrenzen hinweg. Seine Kompositionen orientieren sich am klassischen Tonsatz und verwenden auch das Instrumentarium der Klassik. Seine Rhythmik bezieht ihre Inspirationen gerne und vorwiegend vom Jazz -und ist für seine Songs nicht einmal wesentlich. Der Rest ist Pop oder: Das ist Pop. Daß THE FREE-WHEELING bei aller Ruhe und Unaufgeregtheit ein hoch dynamisches Album ist, liegt nicht –wie in der Popmusik üblich- an den perkussiven Elementen der Musik, sondern ist schon in der Dramatik der Songs/des Gesangs und den Raffinessen der Arrangements begründet. Liegt er mit dieser musikalischen Haltung nun ganz vorn (mit "quiet is the new loud" hat er allerdings nichts am Hut) oder ist seine (nicht nur) musikalische Sensibilität ganz altmodisch? Daß er keineswegs sentimental oder harmoniesüchtig ist, machen ja die häufigen, immer überraschend passierenden musikalischen Brüche deutlich –und nicht zuletzt seine Songtexte, die seine Befindlichkeiten poetisch verdichten, aber auch unvermittelt drastisch ausfallen können wie etwa in FOR THOSE WHO SUCK. Mit THE FREE-WHEELING hat FRANZ KASPER ein Album aufgenommen, das ihn zumindest schon mal unverwechselbar macht. "Unvergleichlich" -ein schönes, aber voreiliges Kompliment für ein Debut- ist er sowieso nicht. "I´ve heard it all before!" (womit sich jeder Anfänger noch am einfachsten abtun lässt) kann aber allen Ernstes selbst der größte Zyniker von diesem Debut nicht sagen. Wer in diesem Fach seine musikalischen Gleichgesinnten sind, wird sich bald zeigen. "Schwer einzuordnen", was? Für den Start und nur der Einfachheit halber: file under Singer/Songwriter.
In dieser Saison führt FRANZ KASPER seine Musik und Songs auf der Bühne mit seinem akustischen Ensemble THE VIOLIN VIOLENCE auf (gelegentlich auch solo). Die neuen Konzerte für Spätsommer und Herbst sind in Vorbereitung. Die Band setzt sich zusammen aus dem polnischen Jazzgeiger Radek Stawarz und dem klassischen Violinisten Matthias Blasberg; ebenfalls aus der Klassik aber auch versiert in den Spielweisen des Jazz: Alexandra Krings am Kontrabass; Trompeter Anselm Weyer ist von Haus aus Jazzmusiker; Andreas Berg, Drums/Percussion, hat Jahre lang in Punkbands getrommelt. Mit dem Multiinstrumentalisten und Popmusiker Sebastian Ruin (hier am Violoncello) verbindet FRANZ KASPER eine lebenslange Freundschaft, deren Anfänge die beiden schon gar nicht mehr erinnern. Bei seinen öffentlichen Auftritten geht es FRANZ KASPER nicht so sehr um die konzertante Reproduktion seiner Platte. Die Auseinandersetzung mit den (gelegentlich wechselnden) MusikerInnen unterschiedlichster Herkunft hält seine Musik ja beinahe zwangsläufig im Fluss und läßt auch ihn selbst immer wieder andere Facetten und Nuancen entdecken. Diese musikalische Haltung und die offene Struktur der "Band" entsprechen wohl eher dem Selbstverständnis des Jazz. Später kann es auch wieder anders kommen....only the songs remain the same. |
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Soundcheck |
| rock'n'roll | |
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