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"Da ist jemand, der die Dinge auf seine Weise machen will. Lassen wir ihn ein bisschen älter werden und Erfahrung sammeln. Dann könnte FRANZ KASPER durchaus für Überraschungen sorgen." Das war vor knapp drei Jahren, am 27. November 2001, in der Frankfurter Allgemeine Zeitung zu lesen.Dieses durchaus Ehrfurcht gebietende, prophetische Urteil des FAZ-Feuilletonisten wird immer gerne zitiert, wenn von den bis heute kaum zu überschauenden Talenten des "Kölner Indiepop-Sängers" (Kieler Nachrichten) die Rede ist, der sich nach wie vor einen Dreck schert um die längst langweilig gewordenen Gepflogenheiten und politischen Korrektheiten des Musikmachens und des Musikgeschäfts. Gut so, beruhigend zu wissen und erfreulich, dass man das auch seinem neuen Album DON'T FORGET TO SAY NO, BABY anhören kann - nach THE FREE-WHEELING FRANZ KASPER und THE NEW ROCKIN' CHAIR seinem dritten in gerade mal drei Jahren! |
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Wir hören hier dreizehn selbst geschriebene Songs und eine schön schnoddrig, wie hingeworfen daherkommende Coverversion eines THIN LIZZY-Songs. In einem zum Studio umfunktionierten Häuschen wurde das Album von der Band live eingespielt - an einem sonnigwarmen Juli-Wochenende in Franz´ alter Heimat, den waldreichen Bergen und Tälern des Hunsrück. Das soll uns jetzt aber nicht mehr sagen, als dass sich das sich der Sänger hörbar zuhause fühlt in seinen Songs und der Musik. |
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Am allerwenigsten, und hoffentlich zum Vergnügen des Zuhörers, hört sich das Album nach Arbeit an. Obwohl: "das Songwriting von Franz ist jetzt definierter" als auf den früheren Alben – so hat uns das jedenfalls Mastering-Engineer Michael Schwabe erklärt, der allen FRANZ KASPER-Platten den letzten audiophilen Schliff verpasst, und wir zitieren es hier gerne, weil es zutrifft und sich auch gut liest. Trotzdem lassen seine nur auf das Wesentliche der Songs präzisierten Arrangements Spiel-Raum (sic!) für spontanes, oft frei improvisiertes Musizieren. So entstehen Aufnahmen, die schon die Musiker selbst überraschen, und DON'T FORGET TO SAY NO, BABY zu einem Album machen, das von Anfang bis Ende mit seinen immer wieder ungeahnten musikalischen und stilistischen Wendungen überrascht und erstaunt. Ob das schon die "Überraschungen" sind, mit denen der FAZ-Autor seinerzeit gerechnet hat? Eher nicht. Diese Überraschungen erwartet er schließlich erst nach einem "älter werden", sozusagen der Reifeprüfung von FRANZ KASPER und THE VIOLIN VIOLENCE. Heute geben wir zu: das FAZ-Statement, durchaus geeignet die Weltkarriere eines Künstlers einzuleiten und deshalb zum Zweck der Werbung wiederholt von uns verwendet, haben wir ganz schamlos aus dem Zusammenhang der Konzertrezension gerissen. Neben viel Lob gab der strenge Kritiker Franz nämlich auch wohlmeinend auf den Weg, "den notwendigen Schritt aus der Schulaula in den Konzertsaal " zu vollziehen, nachdem er einer recht typischen, sehr spontanen, völlig unangestrengten, irgendwie turbulenten, also eigentlich ganz fabelhaften Vorstellung der Band bei einem Konzert in Frankfurt gewahr werden musste. Diese Vermeidung des Reife-Anscheins (musikalisch, philosophisch, Produktion), von jeglichem Kalkül, ist wahrscheinlich neben der fast naiven Schönheit der Songs das Erstaunlichste an DON'T FORGET TO SAY NO, BABY – bei all dem offensichtlichen Können (Songwriting, das brillante Musikantentum der Musiker) die eigene Expertise zu überwinden, alles Gewöhnliche und die Standards zu ignorieren: einfach nur lebendige Musik. FRANZ KASPER und seine (mit Verlaub!) Jungs könnten es sich viel, viel leichter machen, aber das alles macht ihnen wenigstens keiner nach. Und das ist Independence. |
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Soundcheck |
| Easier for You | |
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